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Ein Kurs vom 04. bis zum 07. Juli 2013

Die Camera obscura und die Herstellung von Bildern durch die Belichtung lichtempfindlicher Stoffe.



Ob die Fotografie – in ihren Anfängen auch "das magische Handwerk" genannt – dem Bereich der Kunst zuzurechnen ist, darüber gehen die Meinungen seit je her auseinander. Fest steht, dass sie bis heute nichts von ihrer ungemein groszen Anziehungskraft verloren hat, auch wenn durch die Digitalfotografie das magische Element der Bildentstehung wie auch die Negativ-Positiv-Umkehrung für unser alltägliches Empfinden beim Umgang mit Bildern verloren gegangen ist.
Aber erinnern sie sich noch daran, wie es sich angefühlt hat, als sie ihr erstes, eigenes, selbstfotografiertes Bild in den Händen hielten? Die reale Welt als Abbild auf einem Stück Papier! Nicht das Bild von Irgendjemandem. Ihr eigenes Bild! Ihre eigene Erinnerung zum Anfassen und Zeigen.
Eigentlich ein Wunder – wie so vieles Andere auch – dessen Wesen und Wert wir nicht mehr erkennen.


"Strasse zum Horizont" Namibia, 1984.


Wir haben uns daran gewöhnt, das es möglich ist. Das genügt. Die Fotografie ist für uns so selbstverständlich geworden, wie der bemannte Flug ins All.
Von all dem Anfangszauber der Fotografie ist nur noch der Hunger geblieben, die Welt in Bildern festhalten zu wollen. Aber woher rührt überhaupt dieses Bedürfnis des Menschen, Bilder festhalten zu wollen? Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Fotographie und unserem Vorstellungsleben? Wieso ist beides so korrumpier- und manipulierbar? Wieso tendiert das Bild ständig zur Täuschung bis hin zur vorgetäuschten Bewegung? Wussten sie, das man mit Silbernitrat Diebe fängt?
Dieser Kurs versucht zu den Anfängen der Fotographie zurückzukehren um das magische und überraschende der Bildentstehung wieder ins Bewusstsein zurück zu holen.
Ohne Tricks, mit den aller einfachsten Mitteln und mit unseren Händen soll das wesentliche der fotografischen Prozesse herausgearbeitet werden. Wir bauen in der Schreinerei unsere eigene Camera obscura her, rühren unsere eigenen lichtempfindlichen Emulsionen an und stellen Schwarz-Weiss-Filme her. Wir fotografieren und entwickeln unsere Bilder selbst und bringen die Negative anschliessend mit Ammoniumeisen (III)-citrat, Rotem Blutlaugensalz und Wasser mit Hilfe des Cyanotypie-Verfahrens auf Aquarellpapier.
Ein Kurs für absolute Anfänger wie mich, die in das Wesen der Fotographie eintauchen wollen. Unterbringung ist möglich und alles andere ergibt sich. Und hier geht´s weiter zur Anmeldung...